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Abwasserableitung

Überblick

Das öffentliche Kanalnetz hat in Deutschland eine Länge von rund 540.000 Kilometern und reicht damit über dreizehnmal um die Erde.

Über 96 Prozent der Bevölkerung sind daran angeschlossen. Das kommunale Abwasser wird durch die Kanalisation von den Haushalten zur Kläranlage abgeleitet. Auch Industrie und Gewerbe leiten ihre Abwässer in die öffentliche Kanalisation, es sei denn, das Abwasser wird im Unternehmen selbst gereinigt.

Bei der Kanalisation unterscheidet man zwei Formen: Mischkanalisation und Trennkanalisation. Sie unterscheiden sich durch die verschiedene Ableitung des gesammelten Regenwassers.

Konkret

Das häusliche Abwasser gelangt über die hausinternen Abwasserohre und den Grundstücksanschlusskanal ins öffentliche Kanalnetz.
Die Kosten für Ausbau, Instandhaltung und Betrieb des öffentlichen Kanalnetzes sind Bestandteil des Abwasserentgeltes.

Fakten

Anschlussgrad der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation
Im Jahr 2007 waren 96 Prozent der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. In den knapp 10.000 Kläranlagen in Deutschland erfolgt eine sehr weitgehende Reinigung des Abwassers. Über 96 Prozent der anfallenden Abwassermenge wird nach dem höchsten EU-Standard behandelt. In den entsprechenden Kläranlagen gibt es neben einer biologischen Reinigungsstufe auch Verfahren zur Entfernung von Phosphor und Stickstoff. Sie verhindern damit, dass diese beiden Pflanzennährstoffe in größeren Mengen in die Gewässer gelangen. Die Abwasserentsorgungsunternehmen haben auf diese Weise die Gefahr der Gewässerüberdüngung (Eutrophierung) für Deutschland deutlich verringert.

Anschlussgrad der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation in europäischen Ländern
Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland beim Anschluss der Wohnbevölkerung an die öffentliche Kanalisation eine Spitzenstellung ein.

Unterstrichen wird das hohe Leistungsniveau der deutschen Abwasserreinigung durch den Vergleich des „Behandlungsniveaus“ des Abwassers in der europäischen Gemeinschaft. In Deutschland werden 96 Prozent der anfallenden Abwassermenge in einer dritten Reinigungsstufe weitgehend von Nährstoffen befreit. In Schweden gibt es eine dritte Reinigungsstufe für 81 Prozent, in Norwegen für 56 Prozent des Abwassers. In Ungarn ist für weniger als 25 Prozent des Abwassers eine Nährstoffentfernung vorgesehen.

 

 

Mischkanalisation
Bei der Mischkanalisation werden Schmutz- und Niederschlagswasser in einem Kanal abgeleitet. Bei starken Niederschlägen sorgen z. B. Regenrückhaltebecken als Speicher für eine zeitverzögerte Zuleitung zur Kläranlage. Die Vorreinigung des sogenannten Mischwassers aus Schmutz- und Niederschlagswasser findet ebenfalls z. B. im Regenrückhaltebecken statt.

Trennkanalisation
Bei einer Trennkanalisation werden Schmutz- und Niederschlagswasser in zwei Kanälen abgeleitet: das Schmutzwasser zur Kläranlage, das Regenwasser in Gewässer. Die Reinigung des Regenwassers erfolgt in sogenannten Regenbecken durch Absetzen der Schmutzstoffe.

Abwasserentgelt
In den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität in den Seen und Flüssen in Deutschland deutlich verbessert: "Baden erlaubt", gilt wieder für viele Gewässer, die noch vor Jahren als gesundheitlich bedenklich eingestuft wurden. Grund hierfür: Wasserversorger und Abwasserentsorger haben in Deutschland in den vergangenen Jahren viel für den Gewässerschutz getan. Die Kommunen haben Kläranlagen gebaut oder ausgebaut, und die Abwässer werden heute wesentlich gründlicher gereinigt als noch vor wenigen Jahren. Jährlich investieren die deutschen Abwasserentsorger rund 4,5 Mrd. € in den Ausbau und den Erhalt ihrer Anlagen. Die Ableitung und Reinigung des Schmutzwassers kosten den Verbraucher durchschnittlich 2,19 € je Kubikmeter (1.000 Liter). Einer vom BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Auftrag gegebenen Studie zufolge sind die Ausgaben für die Abwasserreinigung in Deutschland mit 131 € pro Kopf und Jahr damit zum Beispiel niedriger als in England (138,- €) – ein einheitliches Leistungsniveau vorausgesetzt.